Im Rahmen des wissenschaftlichen Symposium „Aufbruch, Wachstum, neue Technologien“ anlässlich des 10-jährigen Firmenjubiläums der Biotype AG am Freitag, den 04.September 2009 diskutierten national und international renommierte Wissenschaftler mit über 150 interessierten Teilnehmern aus dem deutschen und europäischen forensischen und klinisch-medizinischen Umfeld.
Herr Alexander zu Hohenlohe, Abteilungsleiter im SMWA, eröffnete die wissenschaftliche Tagung und hob besonders die Stellung der Biotype AG im Rahmen der Biotechnologieentwicklung in Sachsen hervor. Durch das hochkarätige Programm führten Dr. Ralf Nixdorf, Leiter des Fachbereichs Forensische DNA-Analyse/Biologie des LKA Sachsen sowie der langjähriger Merck-Manager Prof. Dr. Siegfried Neumann.
Dr. Peter Gill vom Forensic Science Service Glasgow, der bereits seit den Anfängen der forensischen DNA Analytik in Europa auf diesem Gebiet arbeitet und diese im Wesentlichen etablierte, eröffnete mit seinem Vortrag „DNA Profiling DNA Profiling – Challenges Challenges and Perspectives“ die Vormittagssitzung zum Themenschwerpunkt „DNA-Analytik in der Forensik“. Als Vertreter des Bundeskriminalamts sprach Dr. Ingo Bastisch über die Wichtigkeit und Bedeutung von europäischen Kooperationen, deren Komplexität und Einfluss auf die deutsche forensische Arbeit. Herr Dr. Harald Schneider, Leiter des Fachbereichs Biologie am LKA Hessen, stellte in anschaulicher Weise die komplexe Thematik der Minimalspurenanalytik mit all ihren Schwierigkeiten und Herausforderungen dar. Die essentielle Rolle der Biostatistik in der forensischen Genetik wurde von Dr. Frank Götz, Vorstand der Qualitype AG, anhand einer exemplarischen Kasuistik nachhaltig erläutert. Zur Y-Haplotypisierung sowie Darstellung der SNP- und STR-Variabilität sprach Prof. Dr. Lutz Roewer, Leiter der Forensischen Genetik an der Charité Berlin, während als Vertreterin der X-Workinggroup Frau Dr. Janette Edelmann, Mitarbeiter des Instituts für Rechtsmedizin Leipzig, die X-Haplotypisierung als Potential für die Abstammungsbegutachtung in eindrucksvoller Weise darstellte. Prof. Dr. Walther Parson, Leiter der Forensischen Molekularbiologie der Gerichtlichen Medizin Innsbruck, referierte über die qualitativ hochwertigste mtDNA Datenbank weltweit, die ebenso in diesem Jahr Ihren zehnten Geburtstag feiert, sowie über die Komplexität der mtDNA Analyse in der forensischen Fallarbeit. Zum Abschluss der Vormittagssession sprach Frau Dr. Heike Solbrig-Lebuhn, Geschäftsführerin des Kölner Instituts für Blutgruppenforschung LGC GmbH, über die forensische Fallarbeit aus Sicht eines privaten Serviceunternehmens.
Das hochklassige Nachmittagsprogramm zum Thema der „Zukunft der in vitro Diagnostik in der Humanmedizin“ eröffnete der langjähriger Merck-Manager Prof. Dr. Siegfried Neumann. Er thematisierte in seinem Einführungsvortrag den diagnostischen Anspruchs und klinischen Nutzens von molekularen Biomarkern und bot damit einen hervorragenden Einstieg in die Thematik. Dr. Christian Kilger, Patentanwalt und Partner der Kanzlei Vossius & Parnter, sprach über die generelle Bedeutung und den Umgang mit IP-Rechten in der Biologie und Biotechnologie sowie im speziellen über die Thematik der Patentierbarkeit von Biomarkern. Prof. Dr. Kai Simons, ehemaliger Direktor des Max-Planck-Instituts für Zellbiologie Dresden, referierte über die Herausforderungen von Biomarkern für die Medizin, die eine Krankheit und/oder deren Verlauf über „messbare“ Veränderung anzeigen, und stellte deren Stellenwert in ihrer ganzen Komplexität eindrucksvoll dar. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie und Klinikdirektor Prof. Dr. Manfred Wirth thematisierte die Wertung und Anforderung an Tumormarker beim Prostatakarzinomen sowie den Ausblick zur Nutzung multipler PCa-spezifischer Transkriptmarker für die Zukunft, während Herr Prof. Dr. Alexander Storch, Leiter der Poliklinik für Neurologie am Uniklinikum Dresden, zur modernen Diagnostik in der Neurologie mit Ausblick auf mögliche diagnostische Biomarker bei neurologisch und neurodegenerativen Erkrankungen sprach. Frau PD Dr. Andrea Bauer, Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie in Dresden, referierte über die diagnostische Herausforderung in der Mykologie sowie über die Möglichkeiten der Weiterentwicklung von der konventionellen Pilzkultur zur Molekulardiagnostik. Zum Abschluss des Symposiums sprach Herr Prof. Dr. Christian Thiede, Leiter der Arbeitsgruppe Molekulare Hämatologie der Medizinischen Klinik und Poliklinik I in Dresden, über die Thematik der molekularen Diagnostik in der modernen Tumortherapie als essentielles Element zur Targetidentifikation und Therapiesteuerung auch unter dem Aspekt der weiter zunehmenden Bedeutung der Verfügbarkeit neuer Medikamente.
Allen Rednern ein herzliches Dankeschön! Mit Ihren Beiträgen haben Sie wesentlich zum Gelingen und zur Qualität unserer Tagung beigetragen – vielen Dank!


















